You are not logged in.

Dear visitor, welcome to Waranweltforum. If this is your first visit here, please read the Help. It explains in detail how this page works. To use all features of this page, you should consider registering. Please use the registration form, to register here or read more information about the registration process. If you are already registered, please login here.

danichris

Beginner

  • "danichris" started this thread

Posts: 14

Thanks: 1

  • Send private message

1

Sunday, August 13th 2017, 9:13pm

Exanthematicus Verstopfung, OP überstanden, Ursachenforschung

Liebe Forumsmitglieder,
am vergangenen Freitag waren wir mit unserem etwa 8 Jahre alten Steppenwaran beim TÄ. Es war so, das er seit geraumer Zeit phasenweise wenig Kot absetzte, aber regelmäßig gefressen hat und auch aktiv war. Bis ca. Mitte letzter Woche war es so, daß er irgendwann mit viel Mühe einen recht großen Haufen abgesetzt hat und es dann wieder eine zeitlang OK war, d.h er hat regelmäßig seine Häufchen gemacht und nichts deutete daraufhin, das es ein chronisches Problem sein könnte.
In der letzten Woche konnten wir plötzlich beobachten, daß er mehrmals pro Tag versuchte, Kot abzusetzen und sich dabei furchtbar aufgebläht hatte, es aber nichts raus kam. Warme Bäder brachten nur kleine Urat-Häufchen zum Vorschein. Am Freitag schließlich hatten wir einen TÄ-Termin bei einer von der DGHT empfohlenen TÄ, da unser Haus- und Hof-Tierarzt im Urlaub war. Wir rechneten damit, das die Gabe von Paraffin-Öl und vielleicht ein Einlauf die angesagte Therapie sein würde.
Nachdem eine Röntgenaufnahme gemacht wurde, trauten wir unseren Augen nicht, das ganze Tier war vom Hals bis zur Kloake komplett verstopft. Der gesamte Verdauungstrakt war nur noch ein weißer Fleck. Der TA machte dann auch schnell klar, das bei einer solchen Verstopfung nur noch eine OP helfen würde, da man weder von vorne noch von hinten ausreichend zur Verstopfung vordringen konnte. Leider liegt uns die Röntgen-Aufnahme nicht vor.
Die OP wurde dann durchgeführt und es wurden während der Operation Fotos von dem aus dem Darm und Magen entnommenen Kot gemacht. Selbst die TÄ konnte uns keine Ursache nennen und auch uns ist nicht klar, woher das gekommen ist. Sie meinte nur, das es sich schon längere Zeit angesammelt haben müsste. Dem allerdings widerspricht, das er bis letzte Woche nicht weniger gefressen hat als sonst.
Zu den Haltungsbedingungen/Ernährung : Zu 90% besteht seine Nahrung aus Heuschrecken, gelegentlich Hühnerherzen oder Hühnerleber, vor zwei Jahren hat er mal ein ganzes Küken bekommen. Weder Mäuse noch andere Wirbeltiere haben wir ihm gegeben, auch kein Hundefutter oder so etwas. Eine Zeit lang bekam er gelegentlich auch Kakerlaken und Zoophobas aus eigener Züchtung. Da diese immer mit Pinzette gegeben werden mussten, haben wir das aber sein gelassen. Die Heuschrecken kann er in seinem Terrarium selbst jagen.
Sein Terrarium ist 2.30 x 1 x 1 m, es herrschen mittels Kabelheizung und Solar Raptor 100w Beleuchtung verschiedene Temperaturzonen zwischen 28 Grad (Luft) und 40-50 Grad (unter der Lampe). Unter der Korkrinde unter der er schläft, sinkt die Temperatur nachts nicht unter 25 Grad. LF versuchen wir, zwischen 55 und 65% zu halten.
Eine Besonderheit ist, das er sein Terrarium regelmäßig verlässt, im Sommer bei entsprechenden Temperaturen und aufgeheiztem (Sonneneinstrahlung) Betonboden verbringt er auch mal ein bis zwei Stunden draußen. Dabei achten wir darauf, das er sich nicht zu lange im Schatten aufhält, um nicht zu sehr abzukühlen. Zu seinen Gewohnheiten gehört es, das er bei seinen Ausflügen immer Kot absetzt (solange es normal funktioniert hat), entweder draußen auf dem Balkon oder auf seiner persönlichen Toilette (eine Plastikplatte, die man normalerweise zum Abtropfen lassen von nassen Schuhen nutzt, die aber von Anfang an nur für ihn als Toilette genutzt wurde). Diese sucht er mittlerweile auch selber auf, wenn er muss. Im Terrarium setzt er aber bei Bedarf auch Kot ab.
Die Fotos der OP hänge ich mal mit an.
Ich würde mich freuen, wenn andere Halter mit entsprechenden Erfahrungen vielleicht ein Feedback geben können. Uns geht es in erster Linie darum, eine mögliche Ursache zu finden, um eine erneute Verstopfung in dem Maße zu verhindern.
danichris has attached the following files:

Ingo

Master

Posts: 328

Location: 64521

Occupation: Biologe /Drug Hunter

Thanks: 182

  • Send private message

2

Monday, August 14th 2017, 8:59am

Hm,
woraus bestand denn der angestaute Kot? Normale Verdauungsprodukte oder ein signifikanter Substratanteil?

Viele Grüße

Ingo

danichris

Beginner

  • "danichris" started this thread

Posts: 14

Thanks: 1

  • Send private message

3

Monday, August 14th 2017, 12:41pm

Hm,
woraus bestand denn der angestaute Kot? Normale Verdauungsprodukte oder ein signifikanter Substratanteil?

Viele Grüße

Ingo

Lt. Tierärztin und auch nach unserer Wahrnehmung (siehe Fotos) bestand der Kot NICHT signifikant aus Substrat. Wir hatten diese Vermutung vor dem Besuch beim Tierarzt auch. Das Bodensubstrat/Bodenkonstruktion aus dem Terrarium besteht aus einer stabil verlegten Kabelheizung, darüber ist ein feinmaschige Metallgaze auf einem Holzrahmen, darüber eine ca. 3-4 cm dicke Schicht feinem Kies (4-7mm Körnung), und darüber schließlich eine ca. 8-10 cm dicke Schicht Terrariensand. Der feine Kies dient in erster Linie dazu, daß der Sand nicht einfach durch die Metallgaze rinnt. Wir hatten die Vermutung, das er zuviel von dem feinen Kies aufgenommen hat. Dies hat die Tierärztin ausdrücklich verneint, da es anhand des entnommenen Kots nicht zu belegen ist.

Vor einiger Zeit hat er Wachteleier bekommen, die er komplett mit Schale verspeist hat. Auch das scheint aber nicht die Ursache zu sein.

Lt. Tierärztin sah der Kot für Sie aus, als bestünde er aus Pflanzenfasern (wörtlich sagte sie Elefantenkot). Das kann aber ausgeschlossen werden. Es befinden sich weder in seinem Terrarium noch in den Bereichen außerhalb, wo er sich aufhält, Pflanzen oder vergleichbares.

Ingo

Master

Posts: 328

Location: 64521

Occupation: Biologe /Drug Hunter

Thanks: 182

  • Send private message

4

Monday, August 14th 2017, 7:11pm

Ja, so sieht es auf dem Bild auch aus...irgendwas an der Terrarieneinrichtung, wo er Fasern abreissen kannn? Oder beim Freilauf?

ertan

Professional

Posts: 188

Location: Hannover

Occupation: CTA/Chemieingenieur

Thanks: 9

  • Send private message

5

Monday, August 14th 2017, 7:46pm

hallo,
das scheint wohl ein mysterium zu sein. Zwar hatten mir schon TA`s gesagt gesagt, dass Heuschrecken und Schaben Verstopfungen verursachen können, allerdings wohl in Bezug auf kleinere Warane und nicht auf die Großen. Allerdings sieht der Kot nach Pflanzenmaterial aus und nicht nach Heuschreckenbeinen die sich ineinander verhakt hätten. Das ist schon seltsam, da ja keine Pflanzen vorhanden sind die er hätte fressen können. Ich hoffe Ihm geht es bald wieder besser.
Gruß Ertan

sungazer

Intermediate

Posts: 74

Location: Österreich

Occupation: Selbstständig

Thanks: 30

  • Send private message

6

Tuesday, August 15th 2017, 3:30pm

Hallo Zusammen,

Julia ist grad nicht greifbar da sie noch arbeiten ist, aber - meines Wissens gibt es keine haltbare wissenschaftliche Darlegung damit "Heuschreckengebein" per se Verdauungsprobleme verursacht. Sie bestehen zum Großteil genauso aus etwa 50% Chitin, sowie Proteinen etc. wie die restliche Cuticula/Exoskelett. Insofern kann dies u.a. Mithilfe der Magensäure aufgeschlossen/mitverdaut werden, oder nicht. Da wir bei Varanus exanthematicus von einem opportunistischen Fresser, noch dazu einem carnivoren reden, dürfte es als ziemlich unwahrscheinlich gelten damit eine etwaige Verdauungsproblematik als Primärauslöser Heuschreckengebein zur Ursache hat. Mir ist dies auch nicht aus eigenen Reihen Bekannt o.ä. das ich irgendwann all die Jahre mitbekommen hätte.

Aber....

Lese ich mir das technische Equipment im ersten Posting durch, sehe ich da etliches mit großer Skepsis:

Die Beleuchtung ist für meine Begriffe mal zu min. 100% Unterdimensioniert. Weiters sind Heizkabel nur in Ausnahmefällen Sinnvoll und bei spezielle Konstruktionen hilfreich. Hier sehe ich keinen Anlass zur Anwendung, ja gar einen kontraproduktiven Einsatz. Steppenwarane werden leider oft falsch gehalten. Ein Blick in die Klimadaten des natürliche Verbreitungsgebietes wäre hier hilfreich. Der deutsche Trivialname "Steppen"waran ist hier gern irreführend, bzw. ist eine Steppe keine Wüste. Ich könnte mir Summasummarum gut vorstellen damit die Problematik ihre Wurzel bei einer falschen Haltung hat.


Sollte mich Julia noch eines besseren belehren können, lass ich es euch gerne Wissen.



Viele Grüße inzwischen
Thilo
Zusammenkommen ist ein Beginn,
Zusammenbleiben ist ein Fortschritt,
Zusammenarbeiten ist ein Erfolg.
(Henry Ford)

1 registered user thanked already.

Users who thanked for this post:

Smaragd (15.08.2017)

Smaragd

Professional

Posts: 147

Occupation: Terrarianer

Thanks: 72

  • Send private message

7

Tuesday, August 15th 2017, 5:14pm

Hallo,
ich habe einige Tage überlegt, sag ich was ich dazu meine?
Erst einmal tut es mir leid fürs Tier, wünsche ihm schnelle Genesung. Es geht aber darum wie man zukünftig sowas ausschließen kann und dazu muss man die Ursache analysieren. Für mich sieht der Kot nach immer wieder zum Stillstand gekommene Verdauung aus.
Gern möchte ich ein Bild der kompletten Anlage sehen und damit bringe ich wohl die Diskussion in eine ganz andere Richtung. Einige Stellen aus dem Startertext habe ich ausgewählt
Zu den Haltungsbedingungen/Ernährung : Zu 90% besteht seine Nahrung aus Heuschrecken
Das Nahrungsspektrum kann doch vielseitiger sein. Ich verfüttere auch Heuschrecken, kürzlich bekam ich adulte geschenkt. Den Sprungbeinen traute ich nicht so richtig, war sicher völlig unbegründet. Die Tiere sind sicher unter optimalen Bedingungen in der Lage mit Sprungbeine und großen Flügeln klar zu kommen.

Sein Terrarium ist 2.30 x 1 x 1 m, es herrschen mittels Kabelheizung und Solar Raptor 100w Beleuchtung verschiedene Temperaturzonen zwischen 28 Grad (Luft) und 40-50 Grad (unter der Lampe).
Das Terrarium hat gute Maße, aber zur Technik komme ich ins stolpern. Die Solar Raptor ist auf 2m² das einzige Leuchtmittel? Es handelt sich um eine Mischlichtlampe?
Oft wird mit passenden Temperaturen argumentiert, aber nicht mit Lux und Lichtspektrum. Die Bodenheizung kann unterstützend vorhanden sein, sollte man es extrem Fußkalt haben und das Terrarium direkt auf den Boden stehen. Ich möchte fragen wie lange die Ausstattung schon so ist? Wurde in den 8 Jahren außer Futterumstellung noch etwas geändert?
Eine Besonderheit ist, das er sein Terrarium regelmäßig verlässt,
Terrium öffnen bedeutet schon Klimaschwankung, Tier Freigang gewähren ist Kliamawandel innerhalb von Augenblicken.
Grüße Esther

1 registered user thanked already.

Users who thanked for this post:

sungazer (15.08.2017)

danichris

Beginner

  • "danichris" started this thread

Posts: 14

Thanks: 1

  • Send private message

8

Tuesday, August 15th 2017, 7:41pm

Beleuchtung, Ernährung etc.

Zunächst einmal schon mal vielen Dank für die Rückmeldungen.

Zur Beleuchtung:
Selbstverständlich ist die 100 Watt Solar Raptor nicht die einzige Lichtquelle, in dem beschriebenen Zusammenhang, was die Temperatur angeht, aber die einzige, die die Temperatur partiell und auch insgesamt beeinflusst. Wir haben das aktuelle Terrarium seit etwa 2 Jahren und zunächst eine 160 Watt Solar Raptor verwendet. Diese wurde vom Waran aber abgelehnt, d.h. er hat sich nie direkt darunter gelegt. Wir haben dann zunächst mit verschiedenen Höhen experimentiert, hinzu kam, daß wir innerhalb des ersten 3/4-Jahres 3 Lampen gebraucht haben, d.h. die 160 Watt Ausführung stellte sich einerseits als zu stark für einen Sonnenplatz heraus und zudem war die Lebensdauer zu niedrig. Die 100 Watt-Ausführung wurde von unserem Waran direkt angenommen und hält auch deutlich länger.
Zusätzlich ist in dem Terrarium eine Leuchtstoff-Röhre verbaut, die für das "Tageslicht" zuständig ist. Leider kann ich zu der keine näheren Angaben machen, sie ist aber aus dem Reptilien-Fachhandel (nicht Baumarkt oder so). Die Solar Raptor ist nur für den Sonnenplatz und als allgemeines Heizelement gedacht.

Zur Beheizung:
Ich verwende Kabelheizungen seit etwa 20 Jahren bei den verschiedensten Terrarientieren und habe damit nur gute Erfahrungen gemacht. Damit diese nicht "ausgebuddelt" werden können, wird die zuvor beschriebene Konstruktion (Heizungen unter Holzrahmen mit Metallgaze, dünne Kiesschicht, darüber erst das eigentliche Substrat) verwendet.

Zur Ernährung:
90% Heuschrecken bedeutet nicht mathematisch exakt 90% sondern es ist seine hauptsächliche Ernährung. Wir haben schon von Waranhaltern dazu die abenteuerlichsten Aussagen gehört (z.B. "meiner kriegt jeden 2.Tag eine Maus" - Verfettung und früher Tod inkl.). Wir stützen uns auf mehrere Quellen, die allesamt die Analysen des Mageninhalts wild gefangener Steppenwarane mit 90% oder mehr ausschließlich Wirbelloser beschreiben.
Gelegentlich (vielleicht 2-3 Mal im Monat) erhält er ja auch Hühnerherzen, Hühnerleber oder Hühnermägen, die dann auch leicht mit Vitaminpulver bestäubt werden. Wenn verfügbar, erhält auch mal Wachteleier, ganz selten mal ein gekochtes Hühnerei (in kleinen Stücken).

Zum Verlassen des Terrariums:
Das Tier ist von klein auf bei uns, er ist es von Anfang an gewohnt, sein Terrarium auch mal zu verlassen. Natürlich ist die Dauer und Entfernung seiner Ausflüge abhängig von den Außen- und Innentemperaturen. Wenn er draußen ist, ist er innerhalb der Wohnung nicht unbeaufsichtigt, auf den Balkon kommt er, wenn es draußen sehr warm ist (Wolkenlos, Sonnenschein heizt Betonboden auf). Der Waran sucht durchaus, wenn er Lust dazu hat, unsere Nähe, dies wäre bei einem ausschließlich im Terrarium lassen u.E. nicht so. Er ist absolut handzahm und zeigt uns gegenüber keinerlei Flucht- oder aggressives Verhalten. Da er ja nicht wieder ausgewildert werden soll, ist ein solches Verhalten in diesem Fall wünschenswert. Gerade jetzt nach der OP, wo er mit Flüssignahrung zwangsgefüttert werden muss und auch eine tägliche Injektion mit einem Antibiotikum erhält, ist diese Zugänglichkeit ein wahrer Segen.

Nach mittlerweile 8 Jahren Haltung denken wir, das wir mit Beleuchtung und Beheizung auf der sicheren Seite sind, wir haben ja auch schon einiges probiert und wieder verworfen. Die Frage ist nach wie vor, wie die Verstopfung zustande kam, wir haben aufgrund Eurer Rückmeldungen auch nochmal genau überlegt, ob er irgendwo Pflanzenfasern aufgenommen haben könnte, dies ist aber wirklich ausgeschlossen. Ganz abgesehen davon, wüßte ich auch nicht, das Warane je in irgendeiner Form Interesse an pflanzlicher Nahrung gezeigt hätten.

Bitte versteht mich nicht falsch, ich freue mich über jede - auch durchaus kritische - Rückmeldung, die uns evtl. hilft, die Ursache für die Verstopfung zu finden ! Deshalb nochmal vielen Dank für alle - auch die kritischen - Rückmeldungen !

P.S.: Die OP war ja am vergangenen Freitag abend, er war bereits gestern wieder sehr aktiv und es geht ihm schon sichtlich besser. Natürlich folgen auf die Aktiv-Phasen noch ungewöhnlich lange Ruhe-Phasen, was aber aufgrund der schweren OP und der täglichen Gabe von Antibiotikum nicht ungewöhnlich ist.
danichris has attached the following file:

Smaragd

Professional

Posts: 147

Occupation: Terrarianer

Thanks: 72

  • Send private message

9

Tuesday, August 15th 2017, 9:05pm

Hallo
Danke für deine Antwort, ich weiß es jetzt.
Hier mal ein Link zur Mischlichtlampe : http://www.licht-im-terrarium.de/mlr/mlr , die Seite hat auch sonst viel zu bieten.
Es gibt auch diverse Artikel, vor allem in der Terraria und ein Buch: http://www.chimaira.de/gp/terrarientechnik.html

Gruß Esther

2 registered users thanked already.

Users who thanked for this post:

sungazer (16.08.2017), Ingo (16.08.2017)

sungazer

Intermediate

Posts: 74

Location: Österreich

Occupation: Selbstständig

Thanks: 30

  • Send private message

10

Wednesday, August 16th 2017, 2:54am

Hallo Chris,

danke auch dir für das Feedback, was mich allerdings etwas sorgend stimmt...

Am Sonntag schriebst du ja dass du dir das ganze nicht erklären kannst so richtig, ebenfalls wie deine Tierärztin nicht wirklich schlau daraus wird. Letztere wird medizinisch betrachtet wohl keine nennenswerte Auffälligkeiten feststellen können, weshalb auch sie vor einem "Rätsel" steht/stand. Sie hat vermutlich keine so detailierte Beschreibung deiner Haltung wie wir hier. Folgedessen möchtest du doch Infos/Tipps hier.

Nun hast du dir erfreulicherweise die Arbeit gemacht und sehr ausführlich berichtet, was deine Haltungspraktik inkludiert. Diese gibt einigen hier Sorge zum Anlass. Wieso wurde teilweise bereits geschildert.

Deiner Reaktion nun entnehme ich jedoch eine gewisse Beharrlichkeit auf deinem Standpunkt:
Du hast es 20 Jahre so gemacht, wieso soll es nun nicht weiterhin so funktionieren. Nun - die Zeit allein in der man etwas Ausführt sagt nichts über deren Qualitative aus. Das ist dir gegenüber nun völlig wertfrei gemeint, ergo soll nicht bedeuten dass du 20 Jahre lang das Hobby nicht gut betrieben hast, aber es soll Anlass zum Nachdenken geben.

Die Gründe im folgenden:
Vor 20 Jahren waren Quecksilberdampflampen noch das Mittel der Wahl. Manche setzten auch Halogenmetalldampflampen ein. Am verbreitetsten waren jedoch Halogenstrahler und eben diese Mischlichtlampen. Oftmals paarte man dies mit der zeitweisen Zuschaltung einer Osram Vitalux für eine zusätzlich Zufuhr von UV Strahlung.

Zwischenzeitlich ging der technologische Fortschritt auch nicht an der Terraristik vorbei, und so wurden viele Technologien adaptiert. Eine der populärsten und auch sinnvollsten sind diese Halogenmetalldampflampen etlicher Hersteller (Importeure) die eine Quarzglasschutzscheibe besitzen und somit auch UV Strahlung abgeben. Somit hat man alles in einer Lampe, und darüber hinaus jene Technologie die der Sonne am nächsten kommt. Das Tier kann nicht wählen. Du schon.

Es gibt aber auch Faktoren die haben sich seit 20 Jahren nicht geändert, oder nur marginal (etwa die Klimaerwärmung im natürlichen Habitat des Steppenwarans). Dazu gehört, dass Wärme in der Natur nun mal von oben kommt. Ergo die Sonne heizt die Erde auf. Ebenso unverändert ist die Tatsache damit ganz egal ob nun 100 Watt oder 160 Watt Mischlicht plus eine Röhre (eigentlich auch egal in welcher Wattage) für über 2 m2 Grundfläche eines Terrariums für diesen Bewohner Hoffnungslos zu wenig Licht ist.

Daher sei dir auch dringlichst das Buch welches dir Esther freundlicherweise empfahl, angeraten. Einer der Autoren hat dir hier bereits geschrieben. Du wärst hier also in kompetenten Händen....

Wärme allein ist nicht die Lösung, sondern das damit verbundene Licht. Fürs Stromsparen ist es definitiv die falsche Art oder gar das falsche Hobby ansich. Natürlich kannst du bei deinen Mischlichtlampen bleiben wenn du darauf bestehst, aber dann hau mal eine Reihe davon rein in unterschiedlichen Dimensionen und die Heizkabel steck dafür aus. Du wirst erstaunliches feststellen.

Ich bin kein Tierarzt, aber meine bessere Hälfte. Und wir sind uns beide einig damit deine Haltepraktik nur zu Problemen führen kann. Eine tiergerechte Unterkunft ist das einfach nicht, ganz zu schweigen von artgerecht - so leid es mir tut dir das sagen zu müssen. Bitte google mal Klimadaten aus dem natürlichen Habitat und richte das ansich ja großzügig bemessene Terrarium entsprechend ein. Mach es deinem Tier zuliebe. Kritik hier soll helfen - nicht mehr und nicht weniger. Danke


Grüße
Thilo
Zusammenkommen ist ein Beginn,
Zusammenbleiben ist ein Fortschritt,
Zusammenarbeiten ist ein Erfolg.
(Henry Ford)

3 registered users thanked already.

Users who thanked for this post:

Ingo (16.08.2017), danichris (16.08.2017), Smaragd (16.08.2017)

Ingo

Master

Posts: 328

Location: 64521

Occupation: Biologe /Drug Hunter

Thanks: 182

  • Send private message

11

Wednesday, August 16th 2017, 7:31am

Ich muss ein wenig ins gleiche Horn pusten. Die Beleuchtung ist leider objektiv bewertet (!) völlig unzureichend. Fazit: Auch nach acht Jahren könnt Ihr nicht sicher sein, damit" auf der sicheren Seite" zu sein, vielmehr wird es jetzt höchste Zeit, das so anzupassen, dass ihr nach acht Jahren endlich auf der sicheren Seite ankommt. Kein Wunder, dass da für Dich ein Heizkabel Sinn macht. Bei adäquater Beleuchtung ist das Problem allerdings eher das kühlen als zu heizen, so dass das Heizkabel obsolet wird - es sei denn, das Becken steht auf dem Boden einer sehr fusskalten Wohnung.
Auch, wenn es hier nicht unmittelbar rational als Ursache greifbar ist...erfahrungsgemäß sind suboptimale Haltungsbedingungen oft ein Grund für Verdauungsbeschwerden - und die Beleuchtung ist in Deinem Fall definitiv weit von empfehlenswert entfernt.
Ein Punkt aber z.B. ist schon greifbar: Im Strahlungskegel einer einzigen Lampe ist kaum der ganze Waran so platzierbar, dass er sich insgesamt auf ausreichende Betriebstemperatur bringt. Entweder, die Lampe ist zu weit entfernt dazu, oder zu große Teile des Warans liegen ausserhalb des Lichtkegels. Verstopfung ist eine der häufigsten Folgen solcher Probleme....
Bei der genannten Terrariengröße solltest Du ca 2 x 70W und 1 x 150 W Halogen Metalldampf (mindestens eine der drei mit UVB Anteil) plus 3 x 54 oder 80 W T5 (oder statt einer oder 2 der Röhren gute LEDs mit vergleichbarem Output) installieren.
Generell empfehle ich auch selber nochmal unser Buch "Terrarientechnik" aus dem NTV zur lektüre ! ;)
Anders als viele halte ich die Ausflüge dagegen für gut. Steppenwarane kommen mit den Temperaturen im Haus gut klar - wer öfter in Afrika ist, weiss, wie das Wetter im Habitat der Warane sein kann...meine Frau sagt immer, Afrika ist ein kalter Kontinent- ;) - und wenn der Ausflug nicht zu lange dauern, kann das absolut als Enrichment gewertet werden. Warane sind kognitiv hochstehend genug, dass sie von Enrichmentmaßnahmen profitieren. Und die zusätzliche Bewegung ist ebenfalls gut - eigentlich gerade auch für die Verdauung.
Ich verfüttere jede Woche - seit vielen Jahren- an meine Tiere insgesamt 100 Adulte Wüstenheuschrecken und habe denen noch nie ein Bein entfernt. Gleiches gilt für tausende selbst gefangene Hüpfer.
Einmal, genau einmal hatte ein Tier bei mir eine Verletzung im Gaumenbereich dadurch. Natürlich ein Waran... ;)
Das habe ich adäquat behandelt und gut war. Sprich: Die Beine sind hart und dornig und beinhalten ein gewisses Verletzungsrisiko - aber das ist nicht größer, als bei natürlicher Nahrung auch.
Chitin ist für Reptilien im übrigen absolut unverdaulich, führt aber nicht zu Verstopfung, sondern dient im Gegenteil normalerweise als hilfreicher Ballaststoff für die Darmpassage.
Die Beleuchtung kannst - und musst- du optimieren. Vielleicht reicht das ja schon als Vorbeugung für die Zukunft.
Die Beschaffenheit des Kots macht mich aber nach wie vor stutzig. Das sieht doch sehr danach aus, als würde der Waran irgendwo faseriges zu sich nehmen. Daher bitte peinlich alle für ihn je ereichbaren Plätze und Gegenstände auf entsprechende Möglichkeiten kontrollieren.
Die aktive Aufnahme faseriger oder mineralischer Stoffe durch eigentlich insektivore Echsen spricht im übrigen meist für eine Mineralmangelsituation. Daher überprüf bitte noch einmal genau die Supplementierung seiner Nahrung.
Was Du im übrigen bisher zur Fütterung gesagt hast, überzeugt mich bisher nicht.
Hauptfutter Heuschrecken ist zwar OK, aber der Rest....
Ich rate zu mehr Insektenvielfalt. Da eignen sich diverse Schaben, Grillen, Mehlkäfer und - in Maßen- Larven wie Zophobas, Rosenkäferengerlinge, Tebo Raupen.Alles leicht im Handel zugänglich und/oder züchtbar.
Auch die Futtermenge solltest Du überdenken. Auf dem letzten OP Bild sieht der Waran - trotz entfernten Darminhaltes- deutlich zu fett aus. Nicht untypisch für Steppenwarane in der Haltung aber dennoch nicht empfehlenswert.
Übergewicht erschwert zudem die Verdauung.
Und in diesme Zusammenhang scheint auch die Ernährungsphysiologe von Echsen nicht ganz klar zu sein: Die 2-3 mal im Monat gegebene genannte Wirbeltiernahrung würde wahrscheinlich bereits energiemäßig als Alleinfutter ausreichen.
Sprich, Ihr habt zwar kapiert, dass das ein Insektenfresser ist, gebt aber trotztdem zuviel Wirbeltiermuskelfleisch.

Viele Grüße

Ingo

This post has been edited 4 times, last edit by "Ingo" (Aug 16th 2017, 7:46am)


3 registered users thanked already.

Users who thanked for this post:

danichris (16.08.2017), Smaragd (16.08.2017), sungazer (17.08.2017)

danichris

Beginner

  • "danichris" started this thread

Posts: 14

Thanks: 1

  • Send private message

12

Wednesday, August 16th 2017, 1:35pm

Danke für Euer ausführliches Feedback

ich habe Eure ausführlichen Antworten erstmal aus zeitlichen Gründen nur überfliegen können, aber ich sag schon mal vielen Dank dafür.

danichris

Beginner

  • "danichris" started this thread

Posts: 14

Thanks: 1

  • Send private message

13

Wednesday, August 16th 2017, 1:42pm

Verwendete Beleuchtung

Damit wir eine faktenbasierte Diskussionsbasis haben, habe ich mal einen Link, der derzeit (...) einzigen Lampe außer der UV-Leuchstoffröhre.
Terraienmaße 2,30 x 1 x 1 m



https://www.amazon.de/Econlux-SolarRapto…lar+raptor+100w

Markus83

Intermediate

Posts: 59

Location: Bad Dürrheim

Occupation: Lackierer Meister, Techischer Betriebswirt

Thanks: 4

  • Send private message

14

Wednesday, August 16th 2017, 2:16pm

Hallo stell doch mal ein Bild vom Terrarium ein

Gruss Markus

Smaragd

Professional

Posts: 147

Occupation: Terrarianer

Thanks: 72

  • Send private message

15

Wednesday, August 16th 2017, 5:09pm

Damit wir eine faktenbasierte Diskussionsbasis haben, habe ich mal einen Link, der derzeit (...) einzigen Lampe außer der UV-Leuchstoffröhre.
Terraienmaße 2,30 x 1 x 1 m



https://www.amazon.de/Econlux-SolarRapto…lar+raptor+100w
Hallo
das Leuchtmittel hatte ich auch gegooglet, daher meine negative Meinung.
Ein Mischlichtstrahler ist eine Kombination aus Glühbirne und Quecksilberdampflampe. Die Glühbirne erzeugt die enorme Wärme, dazu das integrierte Vorschaltteil im Kolben. Beides zusammen sorgt für unstetes Lichtspektrum, was wir vll nicht so wahr nehmen, aber unsere Tiere. Jede Kamera zeigt das auch. Zudem ist diese Bauweise leider auch bekannt, dass ihr UV-Anteil enorm schwankt. Man benötigt hier seine eigenen Solameter 6.2 + 6.5, um zu wissen, was man wirklich anbietet.

Einem heliophilen Reptil aus einem Habitat mit intensiver Sonnenstrahlung solle man HQI-Strahler einbauen. Bei solchen Arten ist alles auf Licht ausgerichtet, welches natürlich auch Wärme schafft. Nur Wärme ohne ein passendes Lichtspektrum ist eine Fehlplanung.
Ich habe auf 2m Länge 4 x 70 Watt HCI, was eine flackerfreie Grundbeleuchtung ist. In Sachen Lux wird kaum etwas einen Vergleich mithalten können.
Das gilt auch für UV-Leuchtmittel wie BrightSun, Solar Raptor, reptiles expert usw. Mit einer Mischlichtlampe einfach nicht zu vergleichen.
Sollte man noch Wärme benötigen, sind UV-Strahler in Kombination mit Niedervolt-Halogen das Mittel der Wahl.
Benötigt man mehr, kann auch noch mit T5 oder T8 LSR oder LED ergänzt werden.

Das Paket zusammen würde tatsächlich Licht(Spektrum) sein, aber hier kommen schnell 1000 Watt auf 2m² zusammen.

Gruß Esther

2 registered users thanked already.

Users who thanked for this post:

sungazer (17.08.2017), danichris (18.08.2017)

blackeye

Administrator

Posts: 1,443

Thanks: 535

  • Send private message

16

Wednesday, August 16th 2017, 10:45pm

Hallo und es freut mich hier im Forum seit langem mal wieder eine angeregte Diskussion verfolgen zu können - auch wenn das Thema an sich natürlich nicht gerade erfreulich ist.

Daher zunächst auch einmal eine gute Genesung für das Tier und "Respekt" für die Entscheidung zur OP. Auch wenn das in so einem Fall selbstverständlich sein sollte, wage ich mal zu behaupten, dass viele Halter mit dem Blick auf den Anschaffungspreis eines Steppenwarans vor einer solchen "Investition" zurückgeschreckt wären.

Zur Sache habe ich nicht viel zur ergänzen, gerade in Bezug auf Licht und Wärme wurde praktisch scon alles geschrieben, besonders möchte ich in dem Zusammenhang Ingos Bemerkung zum Verhältnis der Lichtkegel und der Größe/Masse des Tieres noch einmal hervorheben. Sprich, idealerweise sollte der Sonnenplatz derart gestaltet sein, dass sich das Tier dort mit seinem gesamten Körper aufwärmen kann. Dies ist bereits bei kleinen, leichten, aber sehr langen Tieren wichtig, wird aber mit zunehmender Masse noch sehr viel relevanter. Neben Verdauungsstörungen können auch Durchblutungsstörungen udn Nierenschäden durch unzureichende und/oder nur lokal begrenzte Erwärmung begünstigt werden.

Ein weiterer, in der Haltung von Steppenwaranen leider oft übersehener Punkt ist die Luft- und Substratfeuchte. Steppenwarane sind bewohner stark saisonal geprägter Gebiete mit heftigen Niederschlägen während des Sommers. Der oft missverstandene "Winterschlaf" der Tiere hat seinen Grund nicht etwa in geringen Temperaturen, sondern vielmehr im ausbleibenden Regen und der damit verbundenen Trockenheit und Abwesenheit von Beutetieren. Steppenwarane sind während der Regenzeit aktiv, erjagen einen Großteil ihrer Beute unterirdisch und ein nicht unerheblicher Antiel dieser Beute wird von Tieren gebildet die direkt vom Wasser abhängig sind, etwa Würmer, Schnecken oder Frösche.

Für die Haltung sollte das bedeuten, dass die Warane ständig Zugang zu einem leicht beheizten (ca. 25 °C) und dauerfeuchten Versteckplatz haben, eine Trinkschale ist natürlich ebenfalls immer anzubieten, von Vorteil ist weiterhin auch ein flaches, beheiztes Badebecken und zumindest ein Teil des Substrats sollte ebenfalls leicht feucht gehalten werden.

Viele Grüße
Dennis

PS: Daniel Bennet hat sein Steppenwaran-Buch freundlicherweise online verfügbar gemacht. Auch wenn die terraristischen Aspekte etwas antiquiert wirken, so lassen sich doch aus den Daten der Freilandbeobachtungen deutliche Rückschlüsse auf eine artgerechte Haltung ziehen (Klick!).

1 registered user thanked already.

Users who thanked for this post:

danichris (18.08.2017)

danichris

Beginner

  • "danichris" started this thread

Posts: 14

Thanks: 1

  • Send private message

17

Friday, August 18th 2017, 7:15pm

Vielen Dank und weitere Fragen

Hallo alle zusammen,

nochmal vielen Dank für Eure Antworten. Was das Thema Beleuchtung angeht, sind wir mittlerweile auch überzeugt, das unser Setting gelinde gesagt ausbaufähig ist.

Zum Thema Bodenheizung seien hier einige weitere Aspekte erwähnt, die ich gerne nochmal zur Diskussion stellen möchte:

1) Wie ich weiter oben schon beschrieben habe, ist die Bodenkonstruktion des Terrariums folgendermaßen aufgebaut (es steht NICHT auf dem Boden, sondern etwa 45 cm hoch auf einem extra angefertigten Tisch):
Von unten nach oben
- Bodenplatte aus MDF
- Kabelheizung fest verlegt, etwa 70% der Bodenfläche werden beheizt
- Darüber ein Holzrahmen, der mit einer feinen Metallgaze bespannt ist
- Darüber eine ca. 3-6 cm dicke Schicht aus feinem Kies (Körnung 4-7mm)
- Darüber eine Schicht aus etwa 8-12 cm Terrariensand

Wir hatten die Sorge, das sich das Boden-Substrat über Nacht zu sehr abkühlt. Wir wollten auf jeden Fall vermeiden, das der Waran mit der Heizung beispielsweise durch Graben (was unser Waran nach unserer Beobachtung noch NIE getan hat) in Berührung kommt. Deshalb diese aufwendige Konstruktion.

2) Der Steppenwaran stammt doch aus einer relativ äquatornahen Region Afrikas. Dort ist doch nach meinem Verständnis tagsüber eine viel höhere, stärkere Sonneneinstrahlung, alles was der Sonne ausgesetzt ist, heizt sich doch viel mehr auf, als in unseren Regionen, also auch der Boden, der je nach Beschaffenheit, diese Wärme viel länger speichert und auch in den dunklen Phasen wieder abgibt. Diesen Effekt hofften wir, mit der Bodenheizung zumindest teilweise kompensieren zu können. Übrigens ist das auch ein weiterer Aspekt gewesen, der uns beim Thema Beleuchtung überzeugt hat.

3) Unser Waran entstammt definitiv einer deutschen Nachzucht und kennt nur das Leben im Terrarium. Wie seht ihr das ? Finden da nicht beim Aufwachsen in unseren Breiten ggf. andere Anpassungen statt als bei einem importierten Wildfang ? Wir haben z.B. die Beobachtung gemacht, das er Außentemperaturen von über 30 Grad nicht mag und dann gezielt kühlere Aufenthaltsorte wählt (wenn er bei entsprechenden Temperaturen außerhalb des Terrariums auf dem Balkon unterwegs ist).

Dankbar wäre ich auch für Links von den von Euch erfolgreich eingesetzten Beleuchtungen. Die Solar Raptor muss ohnehin bald wieder gewechselt werden. Sie funktioniert zwar noch aber unser Terraristik Fachhändler hat uns empfohlen, die einmal im Jahr zu wechseln. Also die Gelegenheit, die Beleuchtung zu überarbeiten.

Unserem "Dicken" geht es langsam besser. Tag 2 nach der OP war er ja schon wieder sehr aktiv, danach allerdings ist er jeden Tag fast nur am schlafen. Gestern und heute hat er sehr zaghaft am Wasser genippt, fressen tut er nicht. Unsere TÄ hat ja empfohlen, ihn solange mit flüssiger, breiiger Nahrung zwangszufüttern, bis er selber wieder Kot absetzt. Dagegen streubt er sich natürlich extrem. Mehr als 15-20ml püriertes Hühnerherz, mit Wasser und einer Messerspitze Korvimin kriegen wir pro Fütterung nicht rein. Er hat seit der OP erst 20g Gewicht verloren, aber von gestern auf heute wieder 10g zugelegt. Sorge bereitet uns etwas, das er sehr schwach scheint, er kommt schwer hoch und macht 2-3 Schritten Pause. Er bekommt zur Zeit täglich noch eine Injektion von 1,5 ml Marbocyl subkutan, was ihm offensichtlich auch jedesmal größere Beschwerden bereitet.

Damit Ihr euch ein Bild seines derzeitigen Habitats machen könnt, habe ich ein aktuelles beigefügt. Das Wasserbecken haben wir temporär rausgenommen, da er gerne dadurch spaziert und wir verhindern wollen, das die Narbe nass wird und er anschließend durch den Sand spaziert und die noch relativ frische Narbe verunreinigt. Er wird ohnehin regelmäßig von uns gebadet (das liebt er, taucht mit dem ganzen Körper unter und verlässt es freiwillig erst, wenn das Badewasser kalt wird) und auf Empfehlung der Tierärztin aktuell jeden 2-3 Tag.
danichris has attached the following file:

This post has been edited 1 times, last edit by "danichris" (Aug 18th 2017, 7:44pm)


Ingo

Master

Posts: 328

Location: 64521

Occupation: Biologe /Drug Hunter

Thanks: 182

  • Send private message

18

Friday, August 18th 2017, 7:52pm

Keine Sorge, das wird ihm nachts nicht zu kalt. Im Gegenteil die Abkühlung tut ihm gut....ich nehme mal an, Ihr wahrt noch nie in Waranhabitaten in Afrika ;)
Grade in den Savannenhabitaten wird es auch Äquatornah nachts teils empfindlich kühl, vor allem, da viele Savannen recht hoch liegen. Zimmertemperatur ist da absolut harmlos...
Was die Physiologie angeht ist er zu 100% Wildtier und hat genau dessen Ansprüche. Ob er 1te 2te oder 60ste Generation deutscher Nachzucht ist, ändert daran gar nichts.
Meine Beleuchtungsempfehlung habe ich oben genannt. Bei den Halogen Metalldampflampen wie gesagt, mindestens eine mit UVB, die anderen um die 4500-5500K.
Bei den T5 5Banden Vollspektrum Röhren und Doppel ellipsoid Reflektoren wählen.
Wenn das steht ist es auch warm genug, dass Ihr keine Heizung braucht. Die Spots nicht gleichmäßig verteilen, sondern damit für eine flächenmäßig größeren direkt bestrahlten Bereich sorgen.
Das Terrarium sollte deutlich stärker strukturiert werden und vor allem muss der lockere Bodengrund gegen einen festen trag- aber auch grabfähigen getauscht werden.
Auch sieht mir das zu trocken aus. Gut 8 Monate im Jahr sollte es doch eher feuchter ausfallen.

Soviel in Eile

Viele Grüße

Ingo

1 registered user thanked already.

Users who thanked for this post:

danichris (18.08.2017)

blackeye

Administrator

Posts: 1,443

Thanks: 535

  • Send private message

19

Friday, August 18th 2017, 10:30pm


Keine Sorge, das wird ihm nachts nicht zu kalt. Im Gegenteil die Abkühlung tut ihm gut.
[...]
Grade in den Savannenhabitaten wird es auch Äquatornah nachts teils empfindlich kühl, vor allem, da viele Savannen recht hoch liegen. Zimmertemperatur ist da absolut harmlos...
[...]


Ich möchte diese Aussage kurz kommentieren, denn wenn es auch durchaus richtig ist, dass die Temperaturen auch in Tropengebieten insbesondere nachts empfindlich kühl bis kalt sein können, so trifft dies doch vorallem auf die Lufttemperaturen zu. Die Böden dagegen kühlen während der Nächte vierlorts kaum, in gewissen Tiefen praktisch gar nicht ab. Die von Bennett genannten Temperaturen in den Höhlen von exanthematicus betragen tagein tagaus, jahrein, jahraus 24 bis 25 °C. Das ist von mitteleuropäischer Zimmertemperatur nun nicht soweit entfernt und physiologisch schadet die Abkühlung den wechselwarmen Tieren auf kurze oder auch mittelfristige Sicht nicht. Dennoch liegt die übliche Zimmertemperatur mit 20 bis 22 °C doch 2 bis 5 °C unter den natürlichen Werten was auf die Dauer einer jahrelangen Terrariendauer bedeutet, dass auch der Metabolismus der Tiere niedriger ist.

Dieser Effekt wird durch ein weiteres Phänpmen noch verstärkt, welches Du, danichris, bereits angesprochen hast, nämlich eine alternative Thermoregulation der Tiere. Trotz ausreichender Möglichkeiten zur Körpererwärmung ziehen es Warane in Gefangenschaft offenbar vor, ihre durchschnittlichen Körpertemperaturen niederiger zu halten als in freier Natur (vgl Mendyk, ich glaube 2012), ein Umstand der Erkrankungen der Nieren und andere begünstigen kann. Der Grund dafür ist nicht bekannt, persönlich würde ich auch aus meinen Freilandbeobachtungen und Messungen schließen, dass in Haltung schlicht zahlreiche Reize fehlen, die die Tiere dazu zwingen mehr Aktivität zu zeigen und dies zu Zeiten zu denen Temperaturen herrschen, die sie frei von diesen Reizen meiden würden, etwa die Suche nach Geschlechtspartnern, neuen Jagdgründen etc..

Aus diesen Gründen finde ich eine mäßige Erwärmung des Bodens bei exanthematicus druachaus angebracht und artgerecht, da in Terrarienhaltung in einem üblichen Wohnraum die erwähnten Bodentemperaturen allein durch die Beleuchtung nicht über den ganzen Tag konstant gehalten werden können. Um diesen Bereich für das Tier aber auch nutzbar zu machen schließe ich mich Ingos Rat an, den Bodengrund mit einem tragfähigen Substrat aufzufüllen. Diesen sollte zumindest partiell feucht gehalten werden. Ein doppleter Boden in Teilen des Beckens (das kann bereits ein einfaches, auf den Bodengrund gelegtes Brett sein) erlaubt es dem Tier den Grund darunter zu durchgraben - oder Euch, so es denn das mittlerweile "verlernt" hat - und dennoch den Boden darüber nutzen zu können.

Gruß
Dennis

2 registered users thanked already.

Users who thanked for this post:

danichris (18.08.2017), Ingo (19.08.2017)

danichris

Beginner

  • "danichris" started this thread

Posts: 14

Thanks: 1

  • Send private message

20

Saturday, August 19th 2017, 1:54pm

Auch sieht mir das zu trocken aus. Gut 8 Monate im Jahr sollte es doch eher feuchter ausfallen.
Das Becken ist in der Tat momentan wesentlich trockener als üblich. Normalerweise versuchen wir die LF um die 65% zu halten - ein "Mittelwert" aus den Angaben zahlreicher, mehr oder weniger fachkundiger Terrarianer (andere Halter, Terraristik-Fachhändler, Angaben im Internet). Dies wird zum einem durch das (momentan nicht vorhandene) Badebecken erreicht, aber auch durch regelmäßiges Sprühen. Momentan befindet sich unser Dicker aber in der Genesungsphase. Unsere TÄ hatte dazu geraten, damit das Infektionsrisiko gesenkt wird, zudem wird er aktuell sehr oft (alle 2-3 Tage) gebadet.



Similar threads