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Marvin M.

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Wednesday, April 26th 2017, 8:16pm

Was frisst varanus salvadorii in freier Wildbahn?

Hallo,
ich habe mich bisher durch viel Literatur gelesen. Allerdings sind Informationen zum salvadorii in freier Wildbahn relativ dürftig. Ein Hinweis gibt es allerdings, laut Literatur, und das ist die Kopf bzw. Schnauzenform, die auf einen Vogeljäger schließen lässt. Allerdings sollen auch andere Reptilien und Amphibien auf seinen Speiseplan gehören. Leider wurde nie der Margeninhalt eines salvadorii in freier Wildbahn dokumentiert, weshalb man in diesem Thema relativ im dunkeln steht. Da es eine baumwohnende Art ist müsste man auch von Nahrung sprechen, die sich größtenteils auf Bäumen aufhält.

Da habe ich mir dann mal die Arbeit gemacht und nach der Tierwelt, die auf Bäumen lebt, gesucht die sich in dem Verbreitungsgebiet des salvadoriis aufhalten, wo auch er in größter Stückzahl gefunden wurde. Das wäre dann der westliche Teil von Papua mit dem Gebiet Salawati und der südliche Küstenabschnitt von Papua Neuguinea am Kikori River. Der salvadorii hält sich also, mit einigen Ausnahmen, nur an den Küstengebieten auf. Die Ausnahmen, die im Landesinneren leben, halten sich dann aber an Flüssen auf. Also immer großen Bezug zu Wasser bei dieser Art. Jetzt ist kommt der Akt sich durch die Tierwelt zu kämpfen, denn Papua Neuguinea hat weltweit eines der größten Tierarten aufkommen. Gerade Vogelarten, die ja einen Großteil der Nahrung ausmachen sollen, gibt es auf Papua Neuguinea weltweit die meisten.

Vielleicht hat jemand Kontakt zu Wissenschaftlern in diesem Fachbereich oder anderen Personen die auf Papua oder Papua Neuguinea waren und in der Hinsicht Informationen haben. Wenn sich das Nahrungsspektrum auf Vögel bezieht, müsste ein Ornithologe, mit Spezialisierung auf Papua und Papua Neuguinea, über dieses Thema sicherlich sachdienliche Hinweise geben können. Was mich weiterhin beschäftigt ist der Aufenthalt des salvadorii und zwar nur in Gewässernähe, sprich an Flüssen. Ob das ein Hinweis auf das Nahrungsspektrum gibt?!

Ich könnte jetzt noch mehr schreiben aber ich würde gern mal abwarten und gucken ob wer Informationen dazu oder weitere Literaturhinweise (gerne auch in Englisch) hat.

Gruß Marvin
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blackeye

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Wednesday, April 26th 2017, 9:45pm

Hallo Marvin,

leider kann ich mit weiterführender Literatur diesbezüglich nicht nachhelfen, denn die ist, wie Du ja selbst festgestellt hast, ausgesprochen dürftig. Soweit ich weiß gibt es bis heute tatsächlich keine einzige publizierte Mageninhaltsanalyse eines slavadorii - wobei, aus rein statistischer Sicht, auch diese wenig aussagekräftig wäre, aber wie sagt man so schön,... "besser als nix". Papua Neuguinea ist auch heute noch ein weitgehend weißer Fleck auf der Landkarte, was nicht auf die nur marginal ausgebaute Infrastruktur zurückzuführen ist, sondern auch auf die schlichte Entfernung vom "Rest der Welt", die lokale Gesetzgebung und nicht zuletzt das herausfordernde Klima.

Die Bezahnung und die Form des Gebisses werden oft als Hinweis auf eine auf Vögel angepasste Ernährung interpretiert, wobei ein allgemeiner Vergleich schwierig ist, da die Anzahl tatsächlich hauptsächlich vogelerbeutender Tiere sehr klein ist. Tatsächlich sind mir nur verschiedene Schlangenarten (Eierschlangen nicht mitgerechnet) und der Wanderfalke als Vogelfresser bekannt (okay, vergessen wir den Seeleoparden als sehr erfolgreichen Pinguinjäger nicht), beides kaum miteinander vergleichbare Gruppe mit völlig unterschiedlicher Jagdweise. Eine auf Vögel spezialisierte Jagd hat sich wohl deshalb so selten entwickelt weil Vögel selbst ausgesprochen agil und aufmerksam sind, keine andere Tiergruppe hat einen leistungsfähigeren Metabolismus entwickelt.

Die Frage ist also, wie kommt der Waran an seine Beute? Salvadorii ist groß und verhältnismäßig schwer, keineswegs ein Baumbewohner der sich auf allzu dünnes Geäst wagen kann, wo die meisten Vogelarten sich oft aufhalten und auch brüten (einfach deshalb weil die überwiegende Anzahl an Vögeln klein bis mittelgroß und leicht ist). Könnten sich die Tiere auf das Rauben von Nestlingen großer Arten wie Nashornvögel spezialisiert haben? Die nisten allerdings in zugemauerten Höhlen in denen noch dazu ein durchaus wehrhaftes Elterntier hockt...

Die Ökologie anderer Großwaranarten (wobei es nur wenige Untersuchungen dazu gibt, von vielen Arten weiß man einfach kaum etwas, zu einigen australischen hatte ich aber Gelegenheit, selbst Untersuchungen anzustellen) zeigt, dass kaum eine Art auf bestimmte Beutetiere oder auch nur auf eine bestimmte Beutetiergröße spezialisiert ist. Mit Ausnahme adulter Komodowarane und - zumindest lokal - adulter Buntwarane, scheint keine andere Waranart Warmblüter als hauptsächliche Beute in ihrem Spektrum zu haben. Auch exotherme Wirbeltiere sind, mit Ausnahme des Spektrums des Perentie, eher seltene Beute. Auch große Waranarten wie panoptes, mertensi, gouldii, varius, exanthematicus, rosenbergi etc. zeigen sich in ihrem Jagdverhalten sehr opportunistisch und erbeuten offenbar oft schlicht alles was sich finden lässt. Dabei geben sie die Verhältnisse ihrer Umwelt bezüglich der Masse an Beutetieren gut wieder. In praktisch allen Lebensräumen überwiegt die Masse wirbelloser Tiere gegenüber Wirbeltieren je Fläche nämlich bei weitem, sprich, Käfer, Spinnen, Schaben, Würmer etc. sind häufiger in Anzahl und größer an Gesamtmasse als Mäuse, Ratten, Vögel, Büffel, Elefanten. Nach dem Motto "Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach" nehmen also auch große Tiere kleine Beutetiere sobald sich die Gelegenheit ergibt. Ein zufällig aufgescheuchtes oder ertapptes Wirbeltier wird dabei dann ebenso erjagt und ist für den Gesamthaushalt an Nährstoffen ebenfalls wichtig.

Mir ein solches Tier wie V. salvadorii als spezialisierten Vogeljäger vorzustellen fällt mir schwer, aber vielleicht gibt's ja irgendwann mal eine umfassende Untersuchung dazu.

Gruß
Dennis

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Marvin M.

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Thursday, April 27th 2017, 7:21pm

Hi Dennis,

danke erst Mal für deine Antwort. So nach dem Motto "besser als nix" hast du natürlich recht. Eine Mageninhaltsanalyse wäre natürlich schon Mal zumindest ein Anfang. Man findet zwar, leider nur Internet, Antworten auf das Nahrungsspektrum, allerdings ist das nicht aussagekräftig, weil nicht wissenschaftlich belegt. Da kreist es eher um Säugetiere. Wie zum z.B. Baumkängurus und ähnliches. Allerdings sind auch diese Tiere extrem Wehrhaft.

Zum nächsten, was das dünne Geäst angeht. Ich habe vereinzelt Fotos gesehen wo sich der salvadorii (adult) auf extrem dünnen "Ästchen" herumtreibt, wo ich ihn nie hätte vermutet.
Zum weiteren gibt es ein Video bei YouTube wo man einen salvadorii, in einem Zoo, in Aktion erleben kann. So groß sie auch sein mögen, sie sind extrem schnell und agil und ein Vogel hat bei einem salvadorii schlechte Chancen so viel steht fest. Wenn ich das darf würde ich gern diesen Link von you Tube anhängen.

Das du selbst Untersuchungen in Australien machen konntest ist natürlich traumhaft. In Papua Neuguinea auf eigne Faust los zu gehen wird bestimmt kein gutes Ende nehmen. Die Kriminalitätsrate ist dort dermaßen groß das das kein gutes Ende nimmt. Selbst wenn man nach Papua einreist soll man sich, laut auswärtigen Amt, an einer bestimmten Stelle vor Einreise melden und sein vorhaben darstellen warum man dort ist. Ich hab mir das mal durchgelesen und war darüber sehr erschrocken. Dort gibt es immer noch Stämme die Kannibalismus praktizieren :pillepalle: obwohl das gegenüber der Kriminalität noch das kleinste Problem darstellt.


Gibt es noch Personen die den salvadorii in freier Wildbahn studiert haben?


Gruß Marvin
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hoarfrost

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Sunday, April 30th 2017, 3:23pm

Wenn ich das darf würde ich gern diesen Link von you Tube anhängen.


Über diesen Link würde ich mich auch freuen.
Viele Grüße
Nikolai

Marvin M.

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Sunday, April 30th 2017, 4:43pm

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